Im Jahr 2026 ist die energetische Sanierung Ihres Hauses nicht mehr nur eine gute Idee - sie ist eine der rentabelsten Investitionen, die Sie treffen können. Mit Förderungen von bis zu 70 % der Kosten können Sie Ihre Heizung ersetzen, die Dämmung verbessern und Fenster austauschen - ohne dass Sie den vollen Betrag selbst zahlen müssen. Doch wer zahlt was? Wie funktioniert die Kombination aus KfW, BAFA und den Länderprogrammen? Und warum verlieren so viele Hausbesitzer ihre Förderung, obwohl sie alles richtig gemacht haben?
Die Antwort liegt in einem System, das seit 2024 unter dem Namen Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) läuft. Es hat die alten, verwirrenden Programme von BAFA und KfW zusammengelegt - und damit vieles einfacher gemacht. Aber nicht alles. Die Regeln sind noch komplex. Wer sie nicht kennt, verliert Geld. Und das, obwohl die Mittel in 2026 mit 3,8 Milliarden Euro so hoch sind wie nie zuvor.
Wenn Sie nur einzelne Teile Ihres Hauses sanieren - etwa die Dämmung der Außenwände, neue Fenster oder eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung - dann ist BAFA Ihr Ansprechpartner. BAFA zahlt Zuschüsse, keine Kredite. Das bedeutet: Sie bekommen Geld geschenkt, das Sie nicht zurückzahlen müssen.
Die Grundförderung liegt bei 15 % der förderfähigen Ausgaben. Das klingt nicht viel, aber es gibt einen wichtigen Bonus: Wenn Sie einen Individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) vorlegen, bekommen Sie zusätzliche 5 %. Das macht 20 % insgesamt. Der iSFP ist ein Plan von einem zertifizierten Energieberater, der zeigt, wie Sie Ihr Haus schrittweise sanieren können. Er kostet zwischen 300 und 600 Euro - aber die 5 % Bonus reichen oft aus, um ihn zu decken.
Wichtig: Die Mindestinvestition liegt bei 300 Euro brutto. Das heißt, Sie können nicht einfach ein neues Thermostat kaufen und Förderung beantragen. Aber eine neue Heizungspumpe, ein hydraulischer Abgleich oder die Dämmung einer Kellerdecke - das zählt. Die Förderung ist begrenzt: Sie können maximal 60.000 Euro pro Wohneinheit fördern lassen. Und Sie müssen den Antrag vor dem Beginn der Arbeiten stellen. Wer mit der Sanierung beginnt, bevor der Zuschuss bewilligt ist, verliert alles - das passiert häufiger, als man denkt.
Wenn Sie Ihr Haus komplett sanieren - also Dämmung, Fenster, Heizung und Lüftung in einem Zug - dann ist die KfW die bessere Wahl. Hier geht es nicht um Einzelmaßnahmen, sondern um Standards: Effizienzhaus 40, 55, 70 oder 100. Je besser der Standard, desto höher die Förderung.
Die höchste Förderung gibt es für den Heizungstausch: Bis zu 70 % der Kosten werden übernommen. Das setzt sich zusammen aus 30 % Grundförderung und einem 40 %igen Klima-Geschwindigkeitsbonus, der bis 2028 gilt. Danach sinkt der Bonus alle zwei Jahre um 3 %. Wer jetzt eine Wärmepumpe oder einen Holzpelletkessel einbaut, profitiert von der höchsten Förderung, die es je gab.
Bei Komplettsanierungen bis zum Effizienzhaus 40 EE (Energieeffizienzhaus mit Erneuerbaren Energien) gibt es bis zu 70 % Zuschuss. Das ist mehr als doppelt so viel wie bei BAFA. Aber die Hürden sind höher: Sie brauchen einen Energieberater, der die Sanierung plant und nachträglich bestätigt, dass der Standard erreicht wurde. Die Antragsstellung ist komplizierter, die Bearbeitungszeit länger - durchschnittlich 120 Tage. Aber wenn es klappt, sparen Sie zehntausende Euro.
Ein besonderer Vorteil der KfW: Sie können auch einen Ergänzungskredit beantragen, wenn der Zuschuss nicht reicht. Das ist ein günstiger Kredit mit niedrigem Zinssatz, den Sie über 10 bis 20 Jahre zurückzahlen. Und: Sie können KfW-Zuschuss und KfW-Kredit kombinieren. Das ist nicht möglich bei BAFA.
Die Bundesförderung ist gut - aber sie ist nicht alles. Jedes Bundesland hat eigene Programme, die zusätzlich zahlen. In Nordrhein-Westfalen bekommen Sie bis zu 15 % extra, wenn Sie Holz als Baustoff verwenden. In Bayern gibt es 10 % Zuschuss für die Sanierung von Altbauten, wenn Sie eine Wärmepumpe einbauen. In Berlin zahlt das Land zusätzlich 10 % für die Dämmung von Mehrfamilienhäusern.
Diese Programme sind oft schwer zu finden. Sie stehen nicht auf der KfW- oder BAFA-Website. Sie müssen in den jeweiligen Landesportalen suchen - oder sich von einem Energieberater beraten lassen. Aber sie sind real: In 2025 haben Hausbesitzer in Baden-Württemberg durch Landesförderung im Durchschnitt weitere 8.500 Euro erhalten. Das ist mehr als ein ganzer Heizungstausch.
Wichtig: Sie dürfen die Länderförderung mit BAFA oder KfW kombinieren - aber nicht doppelt für dieselbe Maßnahme. Wenn Sie die Dämmung mit BAFA fördern lassen, können Sie die gleichen Dämmplatten nicht nochmal mit dem Land fördern. Aber Sie können die Dämmung mit BAFA und die neue Heizung mit dem Land fördern. Das ist erlaubt.
Die klügsten Hausbesitzer kombinieren BAFA und KfW - aber nicht für dieselben Teile. Sie nutzen BAFA für Einzelmaßnahmen und KfW für die Gesamtsanierung. Beispiel: Sie sanieren Ihr Haus schrittweise. Zuerst tauschen Sie die Heizung aus - das ist KfW mit 70 % Zuschuss. Danach dämmen Sie die Außenwände - das ist BAFA mit 20 % Zuschuss. Beides ist erlaubt, solange die Maßnahmen nicht überlappen.
Ein weiterer Trick: Die KfW-Heizungsförderung (Nr. 458) kann mit dem BAFA-iSFP-Bonus kombiniert werden. Sie bekommen 30 % von der KfW, 5 % von BAFA - das macht 35 %. Und wenn Ihr Haus danach den Effizienzhaus-Standard erreicht, bekommen Sie nochmal bis zu 35 % von der KfW für die Gesamtsanierung. Das ist nicht möglich, wenn Sie nur BAFA nutzen.
Die maximale Förderung, die ein Hausbesitzer 2026 erreichen kann, liegt bei 70 % - aber nur, wenn er die Kombination richtig nutzt. Wer nur BAFA wählt, bekommt maximal 20 %. Wer nur KfW wählt, bekommt 70 % - aber nur bei vollständiger Sanierung. Wer beides clever kombiniert, kann auf 80 % kommen - wenn er die Regeln kennt.
Die Förderung ist nicht einfach zu beantragen. Sie brauchen:
Die Bearbeitungszeit ist lang: 90 Tage für BAFA, 120 Tage für KfW. Viele warten monatelang - und beginnen dann trotzdem mit der Arbeit. Das ist der häufigste Fehler. Wer vor dem Antrag mit der Sanierung beginnt, verliert die Förderung - und das ist endgültig. Es gibt keine Nachbesserung.
Ein weiterer Punkt: Die Förderung gilt nur, wenn Sie ein qualifiziertes Fachunternehmen beauftragen. Das heißt: Der Installateur muss eine Meisterprüfung haben und in der Handwerksrolle eingetragen sein. Wer den Handwerker vom Baumarkt nimmt, bekommt keinen Cent.
Ab 2026 gibt es zwei wichtige Änderungen, die Sie kennen müssen:
Außerdem wurde die Härtefallregelung verbessert: Wenn Sie zwar den Standard nicht erreichen, aber mindestens Effizienzhaus 100 EE erreicht haben, wird Ihr KfW-Kredit nicht gekündigt - sondern der Zinssatz nur um 1 % erhöht. Das ist eine große Entlastung für Hausbesitzer, die trotz guter Planung nicht perfekt sanieren konnten.
Die Förderung für "Jung kauft Alt" wurde auf 350 Millionen Euro pro Jahr aufgestockt - das ist ein Signal: Die Politik will, dass junge Familien in Altbauten ziehen. Und "Gewerbe zu Wohnen" wird 2026 mit 360 Millionen Euro gefördert - das bedeutet: Mehr Wohnungen aus ehemaligen Büros werden entstehen.
Ein Nutzer auf Hausjournal.net sagte: "Ich habe 65 % Förderung bekommen - KfW für die Heizung, BAFA für die Fenster. Ohne Energieberater wäre das nicht gegangen. Aber er hat mir 15.000 Euro eingespart." Ein anderer berichtete: "Ich habe den Antrag vor 6 Monaten gestellt. Die Zusage kam erst nach 110 Tagen. Aber als sie kam, war alles in Ordnung. Ich habe die Arbeiten nicht vorzeitig begonnen - das war mein größter Fehler bei der ersten Sanierung." Aber es gibt auch Kritik: "Die Anträge sind zu komplex. Ich habe drei Mal neu geschrieben, bis BAFA es akzeptiert hat. Der iSFP-Bonus ist nicht mehr wert, weil der Berater so viel verlangt." Die Realität: Die Förderung funktioniert - aber nur, wenn Sie sich Zeit nehmen, die Regeln lernen und einen Experten hinzuziehen. Wer denkt, er kann alles allein machen, verliert Geld.
Wenn Sie 2026 sanieren wollen, machen Sie das:
Die Förderung ist kein Geschenk. Sie ist ein Instrument - und wie jedes Werkzeug: Wer es richtig nutzt, spart viel. Wer es falsch nutzt, verliert alles.
Nein. Sie dürfen dieselbe Maßnahme - etwa die Dämmung der Außenwand - nicht bei BAFA und KfW gleichzeitig fördern lassen. Das ist Doppelförderung und wird geprüft. Aber Sie können BAFA für Einzelmaßnahmen und KfW für eine Gesamtsanierung nutzen - solange die Maßnahmen unterschiedlich sind. Beispiel: BAFA für Fenster, KfW für Heizung und Dämmung.
BAFA braucht durchschnittlich 90 Tage, KfW bis zu 120 Tage. Die Bearbeitungszeit hängt von der Vollständigkeit Ihres Antrags ab. Wenn Unterlagen fehlen, wird der Prozess verzögert. Sie sollten den Antrag mindestens drei Monate vor Beginn der Arbeiten stellen.
Sie verlieren die Förderung endgültig. Es gibt keine Ausnahme. Selbst wenn alle Unterlagen perfekt sind und Sie alles richtig gemacht haben - wenn der Vorhabenbeginn vor der Antragstellung liegt, wird der Antrag abgelehnt. Das ist der häufigste Grund für Förderungsverluste.
Ja. Für KfW-Kredite und den iSFP-Bonus bei BAFA ist ein zertifizierter Energieberater Pflicht. Er erstellt den Sanierungsfahrplan, prüft die Technik und bestätigt die Maßnahmen. Ohne ihn gibt es keine Förderung. Die Kosten von 300 bis 800 Euro sind eine Investition - nicht eine Ausgabe.
Ja. Vermieter können Förderung für ihre Wohnungen beantragen - sowohl bei BAFA als auch bei KfW. Die Voraussetzungen sind die gleichen wie für Eigenheimbesitzer. Allerdings ist die Sanierungsquote bei vermieteten Wohnungen niedriger, weil viele Vermieter die Kosten nicht tragen wollen. Die Förderung ist aber verfügbar - und oft die einzige Chance, teure Sanierungen durchzuführen.
Wärmepumpen und Holzpelletkessel werden am stärksten gefördert - bis zu 70 % bei KfW. Solarkollektoren und Fernwärmeanschlüsse werden ebenfalls unterstützt. Gas- und Ölheizungen werden nicht mehr gefördert, es sei denn, sie sind Teil einer Hybridlösung mit erneuerbaren Energien. Die Förderung zielt klar auf klimaneutrale Technologien.
Ja. Bei BAFA sind maximal 60.000 Euro pro Wohneinheit förderfähig. Bei KfW ist die Obergrenze höher - bis zu 120.000 Euro bei einer Komplettsanierung. Aber die Förderung ist auf den tatsächlichen Kosten basiert. Sie bekommen nicht mehr, als Sie ausgegeben haben.